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Ein Studium in Hamburg und St. Andrews!
Integrierter Binationaler VWL-Studiengang des Fachbereichs
Wirtschaftswissenschaften der Universität Hamburg und des Economics Department der
University of St. Andrews
Dieser Studiengang ist im Jahr 2000 ins Leben gerufen worden. In dem Jahr haben sich
zwei mutige Studenten ins nördliche Schottland aufgemacht, um einen Großteil ihres
VWL Hauptstudiums in St. Andrews zu absolvieren. Ein Jahr später sind ihnen drei
weitere gefolgt. Näheres zum Studium aber unter den einzelnen Überschriften (siehe
Index).
Auf dieser Seite findet ihr (hoffentlich) nützliche Tipps zum Programm an sich und
speziell zum Leben und Studium in St. Andrews. Dies sind also unsere persönlichen
Erfahrungen und Meinungen - no guarantee.
Viel Spaß beim Lesen und Entdecken!
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Index
Der Studiengang
Die Kosten
Die Bewerbung
Die Unterkünfte
Die Anreise
Student Life
Abschließende Worte
Bildergalerie
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Allgemeines
Der Binationale Studiengang ist im Jahr 2000 ins Leben gerufen worden. Damals
sind die ersten beiden Hamburger Studenten nach St. Andrews gegangen.
Im darauffolgenden Jahr sind ihnen drei weitere gefolgt. Das Programm ist
mit bisher fünf Studenten sicher klein, erfüllt aber desto besser seine
anfängliche Intention etwas nicht alltägliches zu bieten. Darüber hinaus
ist es für uns Studenten selbst sehr individuell zu gestalten.
Als Student hier hat man die im deutschen Studiensystem noch immer wenig
angebotene Möglichkeit einen Doppelabschluss zu erhalten. Dabei wird das
eigentliche Studium nicht einmal wesentlich, wenn überhaupt, verlängert.
Die Regelstudienzeit an der Hamburger Uni ist seit der Einführung des Credit
-Point Systems für VWL auf 10 Semester angehoben worden. Je nach Situation
des Studenten kann der Binationale Studiengang mit 10-11 Semestern
abgeschlossen werden.
Der eigentliche Studiengang stellt sich wie folgt dar:
- Grundstudium in Hamburg (bevorzugte Fachrichtung VWL; näheres hierzu s. unten)
- 2 Jahre (4 Semester) Hauptstudium in St. Andrews (Economics)
- 2 bis 3 Semester Hauptstudium in Hamburg
Der Studiengang wird in Hamburg von
Prof. Dr. Michael Funke
betreut, der das Programm zusammen mit der Universität in St. Andrews ins
Leben gerufen hat.
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Das Semester bzw. akademische Jahr
Die Semester bzw. das gesamte sogenannte akademische Jahr sind etwas anders
organisiert als in Deutschland. Das 1. Semester (Martinmas Semester) eines
jeden Jahres beginnt Mitte September. Nach 6 Wochen gibt es eine Reading
Week. Diese ist nicht für den Urlaub gedacht, sondern wie der Name sagt zum
Lesen. Es soll den Studenten eine Möglichkeit bieten, mit den empfohlenen
Referenzen zum Vorlesungsstoff aufzuholen. Weitere 6 Wochen beschließen das
Semester vor Weihnachten. Es folgen im neuen Jahr eine Revision Week und
zwei Wochen Examen.
Nach den Examen ist wieder eine Woche frei, die das erste und zweite Semester
teilt.
Das 2. Semester (Candlemas Semester) beginnt Anfang Februar. Nach 6 bis 7
Wochen gibt es eine zweiwöchige Unterbrechung um die Osterzeit. Im Anschluss
folgen dementsprechend noch 5 bis 6 Wochen bis zum Ende des Semesters. Es
folgt eine Revision Week und zwei Wochen Examen. Das akademische Jahr ist
Ende Mai zu ende.
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Der Adviser und Tutor
Die Honours Studenten haben alle einen gemeinsamen Honours Adviser (zur Zeit
Shane Bonetti). Der Adviser ist für die objektive Organisation des Studiums
zuständig. Am Anfang eines Jahres besucht man den Adviser im Rahmen der
Einschreibung. Bei dieser Gelegenheit wird der grobe Kursplan für das kommende
Jahr festgelegt. Dieser Plan ist noch nicht endgültig. Jeder Student hat
innerhalb der ersten zwei Wochen die Möglichkeit seine Fächer zu wechseln.
Dies betrifft natürlich nur die Options, denn die Core-Modules müssen belegt
werden. Am Ende der zweiten Woche eines jeden Semesters muss man spätestens
beim Adviser vorsprechen, wenn man ein Modul ändern möchte. WICHTIG! Man muss
zum Adviser gehen, wenn man ein Modul gegen ein anderes tauschen möchte. Es
geht nicht wie in Hamburg, wo man sich eigentlich erst kurz vor den Klausuren
entscheiden kann. Dies gibt nur unnötigen Ärger.
Neben dem Adviser bekommt jeder Student einen persönlichen Tutor zugewiesen.
Man ist angehalten den Tutor in der 2. und 11. Woche des Semesters zu besuchen.
Im Wesentlichen ist dies zwar freigestellt, aber im Zweifel durchaus hilfreich.
Der persönliche Tutor steht für alle Fragen zur Verfügung, die im Rahmen des
Studiums auftauchen können. Vor allem bei wichtigen Entscheidungen soll er
mit seinem Rat zur Seite stehen. Dies geschieht in den meisten Fällen nur,
wenn man fragt. Es liegt also am Studenten. Noch eine wichtige Aufgabe. Viele
Firmen verlangen Referenzen von der Universität, wenn man sich um einen Job
bemüht. Dafür ist auch der persönliche Tutor zuständig. Man sollte sich daher
mit ihm bekannt machen. Wer einen nicht kennt, kann kaum etwas positives schreiben.
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Das Subject
Wer am Binationalen Studienprogramm teilnimmt, kann ausschließlich VWL
, d.h. Economics in St. Andrews studieren. Das Studium nennt sich hier
Single Honours Economics. Es werden am Economics Department auch
Joint Honours Studiengänge angeboten. Man studiert dann Economics mit einem
anderen Fach zusammen. Dies ist nicht im Zusammenhang mit dem Binationalen
Studiengang möglich. Es gibt keinerlei Abstimmung mit dem Prüfungsamt über
die Anerkennung von Leistungen außerhalb des Economics Departments.
Hier kann man eine komplette Liste mit allen möglichen Degrees am
Economics Department einsehen. WICHTIG: für Hamburger Studenten sind nur die
ersten 6 genannten Titel möglich. Dies sind die sogenannten
Single Honours.
Trotzdem gibt es noch Auswahlmöglichkeiten. Drei stehen zur Verfügung:
Economics (MA, BSc), Applied Economics (MA, BSc) und Financial Economics
(MA, BSc). Die Angaben in den Klammern beziehen sich auf die unterschiedlichen
Degrees, die in jeder der drei Richtungen erworben
werden können. Das Economics Departement beschreibt die
Unterschiede der drei Studienrichtungen wie folgt:
"Broadly speaking the differences are as follows; Financial
Economics is a more specialised degree than Economics, focussing
(fairly obviously) on topics in financial economics such as
investment analysis and corporate finance. Many students who have
taken this degree go on to jobs in the 'City'. The degree in
Applied Economics is designed to give students a broader
perspective of economics than the degree in Economics. It includes
less of the 'core' theoretical modules and a larger number of the
more applied options modules."
Man kann das Ganze vielleicht auch kürzer ausdrücken:
Financial Economics: Mathe, Mathe und nochmals Mathe
Economics: Mathe, Mathe
Applied Economics: Mathe
Financial Economics ist in der Tat recht mathematisch. Economics (auch
Straight Economics genannt) schon wesentlich weniger, weil man mehr Auswahl
bei den Options hat. Die Core Modules (Pflichtfächer) enthalten allerdings
Ökonometrie. Applied Economics geht mehr in die argumentative bzw. soziale
Schiene der VWL. Der Name angewandt ist vielleicht etwas irreführend, denn
angewandt wird bei den anderen beiden Richtungen nicht weniger viel - aber
eben andere Dinge. In Applied Economics werden die ökonomischen Werkzeuge und
Theorien auf andere als rein wirtschaftliche Lebenslagen übertragen (hierzu
zählt zum Beispiel auch Economics of Social Live mit der sehr berühmten
Vorlesung 'Economics of Sex'...). Da man aber auch diese als Option in
Straight Economics wählen kann, gibt es nicht viele Gründe von Straight
Economics abzuweichen. Financial ist eine Überlegung wert, Applied gilt
inoffiziell als zu leicht und hat kein gutes Ansehen.
Dies ist allerdings keine Empfehlung, nur das, was man so hört. Einfach ist
es den goldenen Mittelweg zu wählen und Economics zu studieren.
Zumal man mit der Auswahl der Options sowohl dem eigentlichen Financial-
als auch dem Applied Degree sehr nahe kommen kann. Eine ausführliche
Auflistung der
Modules folgt noch.
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Die Degrees
Das Studium dauert in St. Andrews für gewöhnlich vier Jahre. Dies ist das
sogenannte Undergraduate Study. Im Anschluss daran kann noch ein weiteres
Jahr als Postgraduate studiert werden. Das Undergraduate Study unterteilt
sich in drei Abschnitte: First Year, Second Year, Honours Years. Die zwei
Honours Years, Junior Honours und Senior Honours sind die beiden Jahre, die
Hamburger Studenten in St. Andrews verbringen - eine nicht unerhebliche Zeit,
da will man auch was von haben. Das hat man auch. Am Endes des Studiums in
St. Andrews erhält man einen offiziellen Degree. Welche Möglichkeiten gibt
es dort?
Der Bachelor of Science (B.Sc.)
Entschließt man sich der Faculty of Science beizutreten, erhält man
einen Bachelor of Science und darf sich die drei hübschen Buchstaben 'B.Sc.'
von nun an hinter den Namen hängen.
Der Master of Arts (MA)
Tritt man hingegen der Faculty of Arts bei, erwirbt man den Master of Arts
und darf sich am Ende nur die zwei Buchstaben 'MA' hinter den Namen hängen.
Der MA darf auf keinen Fall verwechselt werden mit dem in Deutschland für
gewöhnlich bekannten 'Master-Titel'. Hierbei handelt es sich um den Master
of Science, Master of Philosophy oder Master of Business Administration.
Um einen solchen Titel zu erwerben, muss man noch das weitere schon erwähnte
Postgraduate Year in Schottland studieren. Dies ist im Programm nicht
vorgesehen.
Die Unterschiede
Eigentlich gibt es keine. Die Titel haben absolut das gleiche Niveau, d.h.
das gleiche Level der Ausbildung. Aber auch im Studium ist häufig der Weg
das Ziel. Hier unterscheiden sich der B.Sc. und der MA. Auch das betrifft
nicht die Hamburger Studenten, die für zwei Jahre nach St. Andrews kommen.
Die Unterschiede beschränken sich auf die ersten beiden Studienjahre. Das
3. und 4. (welche die Hamburger studieren) sind nicht betroffen. Für
genauere Angaben sollte man sich die offiziellen
Regularien der beiden Fakultäten durchlesen. Auch wenn immer wieder
betont wird, dass es keine Unterschiede gibt, so macht das wenig Sinn. Gibt
es zwei Degrees, müssen sie sich unterscheiden, dies verlangt schon die
Annahme der Rationalität. MA Studenten sind nicht dazu angehalten einige
Fächer (Modules) in den sogenannten 'harten Wissenschaften' zu besuchen. Man
kann daher als MA ein VWL Studium z.B. ohne Statistik absolvieren. Statt
dessen erlernt man vielleicht eine Fremdsprache. Bei der Auswahl des Degrees
sollte das Bild, dass der Titel widerspiegelt, bedacht werden. Was es nicht
gibt ist ein 'Gut' oder ein 'Schlecht'. Es hängt vielmehr von dem ab, was
man selber gewählt hätte. Man stelle sich einfach vor, welchen Titel man im
1. Jahr gewählt hätte. Mehr Mathematik, Statistik etc. oder Sprachen,
Geschichte etc. bleibt einfach dieser Linie treu. Vielleicht ist das der
beste Rat, den man geben kann.
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Modules
Die Modules, das sind die einzelnen Fächer in St. Andrews, werden nach Core-
Modules, Pflichtfächern, und Options, Wahlkurse, unterschieden. Die Anzahl der
Modules ist relativ umfangreich, alle Fächer zu beschreiben ist zeitlich
zu aufwendig, aber es gibt einen Link zu den sogenannten Handbooks. Diese
gelten zwar immer nur für das eigentliche Jahr, aber die Veränderungen
sollten nicht so groß sein. Dort steht alles Wichtige über die Modules drin.
Junior Honours Handbook
Senior Honours Handbook
Gerade findet eine kleine Reform der Studienordnung in St. Andrews statt. Sie ist schon recht
weit vorangeschritten und wird wahrscheinlich in der jetzigen Form durchgesetzt. Eine tabellarische
Gegenüberstellung macht die
neue Struktur schnell deutlich.
Nur eine kurze Übersicht nach der noch geltenden alten Studienordnung wann man welches
Core Module belegt. Diese gilt für Straight Economics und variiert leicht bei Applied und
Financial, da die Core Modules sich unterscheiden.
1. Semester (Junior Honours Year)
Advanced Micro (EC3001)
Classical- und Neoclassical Economic Thought (EC3009)
Modern Economic Thought (EC3010)
+ zwei Options
2. Semester (Junior Honours Year)
Money and Macro (EC3002)
The Classical Linear Regression Model (EC3004)
+ zwei Options
1. Semester (Senior Honours Year)
Topic in Econometrics (EC3005)
Topics in Economic Theory 1 (EC3006)
+ zwei Options
2. Semester (Senior Honours Year)
Topics in Economic Theory 2 (EC3007)
Contemporary Issues (EC3008)
+ zwei Options
Insgesamt erreicht man hiermit 240 Credits in St. Andrews und einen Degree -
SUPER!
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Die Tutorien
In den Core-Modules müssen neben den zwei Vorlesungen pro Woche auch Tutorien
besucht werden. Je nach Module gibt es davon 3 bis 6 im Semester. Für die
Tutorien gibt es Aufgaben, die man vorher bearbeiten sollte. Die Tutorien
selbst bestehen meistens aus kleinen Gruppen von 10 Leuten. In diesen Gruppen
werden die Aufgaben besprochen. Dabei werden die Studenten aktiv eingebunden
und verstecken ist nur schlecht möglich und auch nicht angebracht. Es wird
eine Liste darüber geführt, ob man anwesend war und auch mitgearbeitet hat.
Es gibt dabei genaue Vorschriften, in wie weit es Konsequenzen hat, wenn man
nicht erschienen ist bzw. nicht mitgearbeitet hat. Hier ist das System etwas
schulisch. Die Vorbereitungen dienen aber bereits sehr gut als Klausurvorbereitung.
In den Tutorien werden mehr oder weniger Verständnisfragen gestellt, so dass
argumentiert werden muss.
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Die Labs
Neben den Tutorien gibt es noch Labs (Laboratorien). Hier arbeitet man ohne
Anleitung des Professors in kleinen Gruppen mit bis zu sechs Studenten
zusammen. Der Professor ist allerdings für Fragen anwesend. Innerhalb eines
Semesters gibt es 4 bis 6 Labs (zwei- bis drei-stündig). Dies betrifft
ebenfalls nur die Core-Modules. Für die Labs bekommt man Aufgaben zum
vorbereiten. Innerhalb der Lab Zeit sollen die Aufgaben und Ergebnisse mit
den anderen Studenten besprochen werden. Die Ergebnisse werden abgegeben. Eine
Vorbereitung ist sinnvoll, da sonst die Zeit teilweise nicht ausreicht, um die
Fragen zu beantworten. Was am Ende nur Arbeit zu Hause bedeutet, da von jedem
Studenten alle Antworten vorliegen müssen. Entweder eben in der Gruppe oder
alleine hinterher. Die Lab Fragen sind ähnlich der Testfragen eher mathematisch.
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Die Essays/ Hausarbeiten
In fast jedem Modul müssen Essays geschrieben werden. Dies sind kleine
Hausarbeiten. Die Länge beträgt zwischen 1500 und 2000 Wörtern. Die Honours
Handbooks (
Junior,
Senior)
geben hier ein paar Richtlinien vor. Im Wesentlichen geht es um wissenschaftliche
Diskussion eines bestimmten Problems/Modells. Das Problem/Modell ist grundsätzlich Bestandteil
der Vorlesung, allerdings wird für den Essay spezielles und tiefergehenderes
Wissen verlangt. Es reicht nicht aus, zumindest nicht für eine gute Note,
das empfohlene Textbuch und die Overheads aus der Vorlesung zu lesen. Es wird
erwartet, dass man sich einschlägige Publikationen über das Thema besorgt und
auf verschiedene Kritikpunkte von mehreren Seiten eingeht. Der Essay zählt
zwischen 10% und 20% der Examensnote.
Im Downloadbereich
stehen einige Essays frei zur Verfügung. Es ist wohl überflüssig zu erwähnen,
dass diese Essays selbstverständlich dem Copyright des Autors unterliegen.
Plagiate haben erhebliche Konsequenzen. Gegen eine Nutzung unter Beachtung
der Urheberrechte ist allerdings nichts einzuwenden.
Hausarbeiten wie wir sie in Deutschland kennen werden hier nicht geschrieben.
Das ist zunächst einmal schlecht, wenn man an die Hamburger Uni zurückkehren
will. Man wird dann alle Seminare noch machen müssen, was das Studium unnötig
verlängert. Stattdessen kann man einen Professor in St. Andrews fragen, ob
er bereit ist einen längeren Essay zu akzeptieren. In der Regel tun die
Professoren dies hier. Um in Hamburg ein Seminar angerechnet zu bekommen werden
grundsätzlich zwei Leistungsnachweise verlangt. Mit einem längeren Essay, der
als Hausarbeit akzeptiert wird ist das kein Problem, denn man hat noch die
Examensklausur. Der Essay sollte in diesem Fall etwa 5000 Wörter umfassen. Die
Anforderungen sind dann natürlich etwas andere. Es wird eine noch tiefergehendere
Auseinandersetzung mit dem Thema verlangt. Dies ist aber mit dem Professor
in St. Andrews vor Ort abzusprechen.
Sollte man alle vier notwendigen Seminare in St. Andrews machen wollen, muss
man etwas auf seine Fächerwahl achten. Schließlich muss man im VWL Studium
VWL Theorie, VWL Politik, Finanzwissenschaften und eine Allgemeine BWL abdecken.
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Die Tests
In den Core-Modules müssen neben dem Essay auch noch Tests geschrieben werden.
Meistens handelt es sich dabei nur um einen Test innerhalb der ersten
sechs oder sieben Wochen des Semesters. Die Test sind ein-stündig und sehr
mathematisch. In der Regel aber nicht allzu schwer, wenn man vorbereitet ist.
Sie orientieren sich stark an den Aufgaben aus den Labs. In EC3004 (The
Classical Linear Regression Model) werden zwei Tests geschrieben. Die Tests
tragen 10% zur Examensnote bei.
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Das Examen
Die endgültigen Examen werden im Januar (1. Semester) bzw. Ende Mai (2.
Semester) geschrieben und tragen 80% zur Note des Faches bei. Im Falle von EC3004
sind es nur 60% aufgrund der zwei Tests und des Research Projektes.
In der Bibliothek liegen alle alten Examen gebunden in Büchern (seit 1996).
Es steht jedem Studenten frei diese zu kopieren und anhand der alten Examen
zu lernen. Die Erfahrung zeigt, dass das Muster im Wesentlichen das gleiche
bleibt.
Die Examen in den Core-Modules bestehen aus einem mathematischen Teil, der sich
an den Labs orientiert und einem argumentativen Teil. Die Options haben
nur argumentative Fragen. Das heißt es wird ein kleiner Essay erwartet. Die
meisten Examen sind in zwei Sections geteilt. Aus jeder Section muss man eine
Frage auswählen und in Essayform beantworten. Da die Vorlesungen auch häufig
von zwei Lecturers gehalten wird, ist die Zuordnung häufig hiernach aufgeteilt.
Aber nicht unbedingt. Es kommen zwar immer beide Teile der Vorlesung dran,
aber die Zuordnung zu den Sections im Examen kann zufällig sein.
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Die Noten
Das Notenschema in St. Andrews ist anders als in Hamburg. Das folgende Schema zeigt die
Aufschlüsselung der Noten in St. Andrews und ihre Bedeutung. Außerdem ist die Umrechnung
der Noten auf das Schema in Hamburg angegeben. Für die Umrechnung gilt allerdings
letztenendes die Aussage der Universität Hamburg. Dies ist kein offizielles Statement der
Universität Hamburg, aber eine offene Richtlinie.
Schema
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Die Lebenshaltung
Großbritannien ist teuer und St. Andrews besonders. Woher kommt das wohl? Tja, tolle
Golfplätze und der Ort an sich sind die Anzugspunkte für reiche Touristen. Das senkt die
Preise nicht gerade. Aber die Studenten sind an der guten Nachfrage sicher mit einem guten
Anteil beteiligt. Das Wirtschaftsmagazin
The Economist gibt regelmäßig einen
sogenannten 'Big Mac Index heraus. Dieser errechnet auf Basis des PPP (purchasing power parity)
Models ob eine Währung gegenüber dem US-Dollar über oder unterbewertet ist. Der letzte
ausführliche Index vom April 2001 bescheinigt dem Pfund eine 12%ige Überbewertung gegenüber
dem Dollar. Da der Euro gleichzeitig unterbewertet ist, wird die Angelegenheit nicht günstiger
für die EUROpa-Studenten. Berechnet man den Index einmal mit dem Euro als Basis, ergibt sich
per April 2001 eine Überbewertung des Pfunds von 25%. Aktuell muss man ca. 0,61 Pfund für
einen Euro bezahlen. Nach dieser Rechnung müssten es eigentlich 0,77 Pfund sein.
Man kann von diesem Index, der sich nur auf ein Gut bezieht halten was man möchte. Hier soll
auch gar keine ökonomische Debatte über Wechselkurse geführt werden. Fakt ist, der Wechselkurs
steht zur Zeit nicht zu gunsten der Hamburger Studenten.
(Zum Big Mac Index)
Inclusive aller Kosten kann man etwa 10.000 Euro für zwei Semester einkalkulieren. Die
beiden Jahre in St. Andrews veranschlagen demnach ca. 20.000 Euro. Dies ist eine sehr
subjektive Angabe natürlich, aber man kann damit auskommen. Der Career-Service in St.
Andrews, eine 'Berufsberatung' für Studenten, geht von Kosten in Höhe von 8.000 Pfund,
d.h. 13.000 Euro, pro akademischem Jahr aus. Das ist wohl eher hoch angesetzt. Hängt aber
natürlich davon ab, wo man hier unterkommt und was man für einen Lebensstil führt.
Einige Beispiele:
Die Halls Kosten zwischen 1.300 und 3.300 Pfund. Je nach dem, ob
die Zimmer Standard sind oder Gehoben und Selbstverpflegung oder inclusive Essen (hierzu
aber später).
Die Kosten für Essen und Getränke zum grundlegenden Leben bei Selbstverpflegung belaufen
sich auf 30 bis 40 Pfund pro Woche je nach Anspruch.
Diese Kosten sind noch einigermaßen kalkulierbar. Jetzt kommen wir zu den Sachen, wo man nur
allgemeine Aussagen treffen kann: das LEBEN. Was braucht man sonst noch so? Tja, da gibt es
Sport, Societies, Bälle und Pubs. Zu all dem kommen wir später noch. Man kann wirklich nur
schwer abschätzen, wieviel der einzelne Student braucht. Hier schwanken die Angaben extrem.
Rechnet es euch am besten selbst aus. Ein Bier im Pub kostet zwischen 1,60 (happy hour) und
2,40 Pfund pro Pint (das sind ca. 0,6 l). Vielleicht reicht dies als Indikator. Mehr Preise
gibt es unter der Rubrik 'Student Life'.
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An was man denken sollte!
Bei der Planung für das Studium sollte man daran denken, dass neben den normalen
Lebenshaltungskosten auch weitere Kosten hinzukommen. Diese ergeben sich aus den Heimreisen.
Zu den Kosten der Anreise gibt es weiter unten noch genaueres
(Die Anreise).
Die Höhe der Reisekosten hängt natürlich auch von den Gewohnheiten der einzelnen Studenten
ab. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass eine Freundin nicht zur Reduzierung der
Kosten beiträgt. Wenn man nebenbei das Land bereisen möchte, kommen auch schnell höhere
Summen zu stande. Es ist eben alles recht teuer auf der Insel. Aber eben auch sehenswert.
Dies sollen nur noch ein paar Hinweise sein. Das Leben kann unter Umständen in St. Andrews
anders verlaufen als man es aus Hamburg gewöhnt ist. Damit sind auch die Kosten andere.
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Vor der Bewerbung
Nach dem ihr nun einige Vorstellungen habt, kommen wir zu dem ganze Verfahren. Zunächst mal
etwas zur Aufklärung. Wenn man denkt Deutschland sei bürokratisch, dann täuscht man sich.
Andere Länder sind da nicht viel besser. Ihr werdet das erfahren.
Bevor man sich nun aber um einen Studienplatz bewirbt, sollte man sich darüber im Klaren sein,
ob man das wirklich möchte. Ein Auslandsstudium ist insgesamt eine tolle Erfahrung, fordert
Selbstständigkeit und ein wenig Risikobereitschaft. Man weiß schließlich nicht was auf einen
zukommt. Eines ist aber auch klar: es ist nicht für jeden etwas. Man kommt raus aus einer
gewohnten Umgebung. Muss neue Freunde finden, was allerdings recht schnell geht. Sich an eine
neue Kultur gewöhnen und letztlich mit der Sprache klar kommen. Um eine lange Geschichte
kurz zu machen, alles ist NEU! Wir können euch, wenn ihr ernsthaft nachdenkt aber noch
zweifelt, nur ermutigen, die Entscheidung liegt bei euch, sollte aber nicht aus dem Bauch
heraus gefällt werden. Aber genug der Vorrede. Wollen wir einfach vorgehen wie in einem
ökonomischen Modell: angenommen ihr habt euch entschieden nach St. Andrews gehen zu wollen.
Was passiert dann bzw. was müsst ihr noch machen?
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Prof. Funke besuchen!
Nach eurer Entscheidung solltet ihr als erstes einmal Prof. Funke an der Uni Hamburg besuchen.
Eventuell habt ihr das während eures Denkprozesses schon getan, dann geht einfach zum
nächsten Punkt. Prof. Funke hat dieses Programm zusammen mit Prof. FitzRoy in St. Andrews
ins Leben gerufen. Sämtliche Kontakte laufen über Prof. Funke. Es ist daher absolut
notwendig ihn vor einer offiziellen Bewerbung zu kontaktieren. Die offizielle Bewerbung
läuft später über UCAS. Dort muss die Bewerbung bis spätestens 15.
Januar des Jahres des Studienanfangs eingehen. Frühestens allerdings ab 01. September des
vorherigen Jahres. Beispiel:
Beginn des Studiums in St. Andrews September 2004
Frühester Termin der Einreichung der Unterlagen bei UCAS: 01. September 2003
Letzter Termin der Einreichung der Unterlagen bei UCAS: 15. Januar 2004
Im Herbst des vorherigen Jahres sollte man spätestens mit Prof. Funke einmal gesprochen
haben und ihm seine Wünsche bzw. Absichten mitgeteilt haben. Das Programm hat hier in St.
Andrews zwar keine offizielle Begrenzung, nichts desto trotz ist St. Andrews im Verhältnis
zu Hamburg eine recht kleine Uni und hat daher nur begrenzte Kapazitäten.
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Bewerbung bei der UCAS
UCAS ist die Abkürzung für
Universities & Colleges Admissions Service for the UK.
Dies ist so etwas wie die Zentrale Vergabestelle (ZVS) für das UK. Eine Bewerbung für die
St. Andrews muss über die UCAS erfolgen. Große Ausführungen an dieser Stelle
bringen nichts. Das Bewerbungsverfahren ist selbsterklärend im Wesentlichen aber leider nicht
weniger aufwendig als in Deutschland.
Wichtig an dieser Stelle ist nur: bei der UCAS Bewerbung wird die Frage nach einer
gewünschten Universität gestellt, gebt hier auf jeden Fall nur St. Andrews an.
Ansonsten einfach das Formular ausfüllen. Ihr benötigt zwei Referenzen. Eine
Referenz schreibt traditionell Prof. Funke. Dies tut er sicherlich gerne, ist aber auf
der anderen Seite kein Muss. Die zweite Referenz müsst ihr euch bei einem Professor eurer
Wahl in Hamburg oder auch woanders holen. Die Professoren kennen das Prozedere und sind
nach eigener Erfahrung gerne behilflich - einfach fragen.
Nachdem ihr die Bewerbung ausgefüllt habt und alle erforderlichen Unterlagen beigelegt
habt, schickt die Bewerbung direkt an UCAS inklusive der beiden Referenzen. Wer ein
bisschen Pech hat, muss noch das eine oder andere nachreichen. Hier scheint es keinen
Konsens zu geben. Bei den bisherigen Bewerbern gab es teilweise erneute Nachfragen,
teilweise aber auch nicht. Lasst euch einfach überraschen. Alle Briefe von der UCAS einfach
genau lesen und die Anforderungen erfüllen. Dabei nicht die Nerven verlieren.
Nach erfolgreichem Papierkrieg solltet ihr dann einen Bescheid bekommen, in dem euch ein
Studienplatz in St. Andrews angeboten wird. Ihr braucht jetzt nur noch ja zu sagen und
alles ist perfekt. Hier noch ein paar wichtige Links bezüglich der Bewerbung bei UCAS:
FAQ's for Students
Bewerbungsformular online anfordern
Liste aller Universitäten
UCAS Kursbuch für alle Unis
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Edmund Siemers Stipendium
Die Edmund Siemers Stiftung vergibt jedes Jahr ein Stipendium zur Unterstützung des
Binationalen Studienganges. Das Stipendium beläuft sich auf EUR 2.556,46 (DEM 5.000) pro
Jahr. Die Auszahlung im zweiten Jahr ist von den Leistungen im ersten Jahr in St. Andrews
abhängig. Die Leistungen müssen durch das Einreichen der Noten am Ende des ersten Jahres
zusammen mit einem Bericht der Edmund Siemers Stiftung nachgewiesen werden. Grundsätzlich
sollte sich jede Kandidatin und jeder Kandidat für St. Andrews auch für das Stipendium bewerben.
Es lohnt sich schließlich. Natürlich wird am Ende eine Auswahl getroffen, diese wird aber
nicht ausschließlich anhand der vorherigen Noten gefällt. Viele andere Aspekte spielen
ebenfalls eine Rolle. Die Bewerbung für das Stipendium muss an Prof. Funke gerichtet werden.
Für die Bewerbung ist erforderlich:
Kopie des Vordiploms;
Nachweis der Englisch-Kenntnisse (durch TOEFL-Test);
Kopien der VWL Grundstudiums Scheine;
Angaben über die Finanzierung des Studiums in St. Andrews.
Es muss also in Vorbereitung auf die Bewerbung ein TOEFL-Test gemacht werden. Die
Wortwahl ist etwas unglücklich, das Wort Test kommt schon in TOEFL vor. Dies ist der
Test of English as a Foreign Language,
der zur Zeit USD 110 kostet. Der Test kann in mehreren Deutschen Städten durchgeführt
werden. Ihr informiert euch am besten selbst bei TOEFL. Auf der Homepage der Organisation
wird auch eine gute Vorbereitung angeboten, falls das Schulenglisch etwas eingeschlafen ist.
Der Test sollte aber sicher nicht die größte Hürde sein. Nicht vergessen, in Schottland
wird auch Englisch gesprochen, wenn auch teilweise mit einem 'merkwürdigen' Dialekt.
Weitere Infos zum Edmund Siemers Stipendium findet ihr
hier.
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Die Student-Halls
Die University of St. Andrews bietet insgesamt 12
Student Halls.
Der Begriff 'Halls' ist etwas irreführend, es handelt sich zum Glück nicht um irgendwelche Schlafsäle.
Teilweise aber tatsächlich um jugendherbergsartige Unterkünfte mit langen Gängen von denen zahlreiche
Zimmer abgehen. Gemeinschaftsbäder sind der Standard. Es gibt aber auch zwei Häuserparks, in denen die
Unterkünfte wie Reihenhäuser anmuten. Der Name sollte allerdings auch nicht zu viele Erwartungen wecken.
Grundsätzlich muss zwischen 'catered' und 'self-catered' unterschieden werden. Catered-Unterkünfte bietet die
Universität neun. Dort bekommt man in der Regel dreimal am Tag essen (am Wochenende unter Umständen eigene
Verpflegung) und ist somit an die Essenszeiten gebunden. Die
Mieten
liegen zwischen GBP 2.230,76 (Standard Zimmer exclusive der Früjahrsferien) und GBP 3.334,65 (Ensuite Zimmer,
d.h. eigenes Badezimmer). Je nach Preis variiert natürlich auch der Komfort der Halls. Ob das Essen im Geschmack
variiert und vor allem in der Qualität ist nicht evaluiert worden bisher. Das Essen ist für kontinental-europäische
Gaumen etwas gewöhnungsbedürftig, aber nicht unbedingt schlecht, bestimmt aber als einfach zu bezeichnen. Aber
man hat keinen Aufwand mit dem eigenen Kochen für eine Person.
Catered-Unterkünfte werden drei angeboten, zwei davon die besagten kleinen Häusersiedlungen. Die Preise für
ein Jahr reichen hier von GBP 1.328,67 bis zu GBP 2.255,36 (Ensuite Zimmer). Hier gilt natürlich genau das
Gegenteil: man hat den Vorteil der 'eigenen Küche' (ist vielleicht nicht bei jedem Hobbykoch ein Vorteil!)
dafür aber den größeren Aufwand. Die Entscheidung ob catered oder nicht sollte jeder für sich ausmachen.
Weitere Tipps zu den Unterkünften für die neuen Studenten kann man leider nicht geben. Natürlich sind einige
besser und andere etwas schlechter gelegen für das Economics Department, aber eine große Rolle spielt dies in
einer kleinen Stadt ohnehin nicht. Der Vorteil auf der einen Seite kann auf der anderen ein Nachteil sein.
Weit entfernt vom Economics Department heißt dicht dran an den Golfplätzen und den Sportstätten der Uni und
umgekehrt. Leider können die neuen Studenten, wozu auch die Hamburger Studenten zählen, keine generelle Wahl
für eine bestimmte Hall treffen (Ausnahme Ensuite, da gibt es nur zwei Halls, daher ist die Wahl relativ klar).
Im zweiten Jahr in St. Andrews, also das vierte Studienjahr für die HamburgerInnen, sieht das etwas anders aus.
Und so
bewerbt
ihr euch.
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Wohnungen in St. Andrews
Wer dem tollen Hall-Leben lieber die mehr oder weniger eigenen vier Wände vorzieht,
kann sich in St. Andrews auch für eine Wohnung entscheiden. Aufgepasst, der Wohnungsmarkt
ist voll von Nachfragern und das Angebot wird knapper - heißt: die Preise steigen. Anfang
Oktober 2002 schrieb die Sunday Times:"The Prince Effekt". Zum ersten Mal wird ein Einfamilienhaus
in St. Andrews für eine sieben-stellige Summe verkauft. Das sind immerhin mehr als EUR
1,6 Mio. Gut, ein Haus muss es ja nicht gleich sein, aber auch die Wohnungen sind nicht
gerade günstig.
Für ein Zimmer in einer Wohnung muss man zwischen GBP 50,- und GBP 80,- pro Woche
einkalkulieren. Der Standard der Wohnungen variiert, ist aber durch die Bank gut nach
meiner Kenntnis. Eine tolle Wohnung in der Alt-Stadt, d.h. an einer der drei Hauptstraßen
oder einer Stichstraße von denen, ist eben an der oberen Grenze. Etwas weiter weg aus dem
Stadtkern oder außerhalb des Stadttores gibt es das Ganze dann etwas günstiger.
Wichtig beim Mieten einer Wohnung ist der Vertrag. Man sollte sich vorher Gedanken
darüber machen, ob man die Sommerferien mitbezahlen möchte oder nicht. Es gibt durchaus
Wohnungen, die von September bis Mai vermietet werden. Ist natürlich günstiger, aber man
muss alle Sachen nach dem ersten Jahr wieder nach Hause schleppen. Alles in allem ist
eine Wohnung aber auch nur schwer zu bekommen, daher empfiehlt sich ein solches Projekt
eigentlich erst für das zweite Jahr. Schließlich ist es auch eine WG. Die meisten suchen
bereits als Gruppe, da hat man aus dem Ausland kaum eine Möglichkeit.
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Telefon
Das Telefon in den Halls
Jedes Zimmer in einer Hall ist mit Telefon ausgestattet. Einerseits natürlich toll,
andererseits auch nicht ganz billig. Aber keine Sorge, es gibt ein paar Tipps. Anmelden
braucht man sich nicht. Beim einschecken bekommt man sofort die Telefonnummer und ist
ab sofort zu erreichen. Die offiziellen Nummern beginnen immer mit 0870-333-xxxx (wobei
xxxx die vierstellige Zimmerdurchwahl ist). Inoffiziell gibt es aber auch eine andere
Nummer - ein offenes Geheimnis in St. Andrews: 01334-42-xxxx.
Um Gespräche zu empfangen, intern wie extern, braucht man nichts zu machen außer auf
einen Anruf zu warten. Um selbst die Initiative in die Hand zu nehmen, muss man sich
bei
Student Connect
registrieren. Dies gilt nur für externe Gespräche. Innerhalb des Uni-Netzwerkes kann man
kostenlos telefonieren und nutzt dazu nur die Durchwahl. Student Connect findet ihr
im Old Union Building an der North Street direkt neben der Bibliothek (in dem recht
verwinkelten Gebäude ist der Weg dann ausgezeichnet). Nach nur wenigen Formalitäten
und dem Hinterlassen einer Kreditkartennummer (oder Switch-Card), könnt ihr das Telefon
für externe Gespräche relativ bald nutzen (einige Stunden bis höchstens einen Tag später).
Nun noch ein paar vielleicht wichtige Infos. Das Telefonieren nach Hamburg oder insgesamt
nach Deutschland ist von St. Andrews aus nicht gerade ein Schnäppchen. Die Kosten
belaufen sich immerhin auf 16p (EUR 0,26). Viel günstiger ist es dagegen von Deutschland
aus in St. Andrews anzurufen (Vorwahl Großbritannien lautet 0044). Die aktuell wohl
günstigste Call-by-Call Vorwahl ist
01081
mit 2 Cent pro Minute.
Wahlweise besteht auch die Möglichkeit, eine Telefonkarte zu kaufen. Es funktionieren
aber nicht alle. Nach Aussage von Student Connect hat das einen einfachen Grund. Das
Telefonnetz kostet Geld, daher will man auch wenigstens eine kleine Gebühr kassieren.
Einige der Telefonkarten wählen sich mit 0800-Nummern kostenlos in ein Netz ein. Damit
verdient dann nur die Kartengesellschaft, nicht jedoch die Uni. Auch hier gibt es eine
andere Möglichkeit, man kauft einfach eine Karte mit einer 0845-Nummer. Dabei kassiert
die Uni pro Minute zwischen 1p und 2p. Das ist immer noch vernünftig, weil billiger als
über die Uni direkt. Die von der Kartengesellschaft angegebenen Telefonkosten müssen
dann natürlich um die genannten 1-2p nach oben korrigiert werden.
Bezüglich der günstigen Call-by-Call Vorwahlen kann man sich auf das 'Studentennetzwerk'
verlassen. So etwas spricht sich immer 'rum, irgendjemand findet es raus und jeder
nutzt es dann. Ohren offen halten und aus eigenen Infos eben auch kein Geheimnis machen.
Das Telefon in den Wohnungen
Soweit mir bekannt ist, sind wohl alle Wohnungen mit mindestens einem Telefon ausgestattet.
Auf das eigene Telefon im Zimmer müssen die meisten Bewohner in diesem Fall aber wohl
verzichten. Bezüglich der Kosten versagen bei mir die Informationen, weil es erheblich
vom Anbieter abhängt. Die British Telecom Preise sind durch die Bank noch höher als im
Uni-Netzwerk, aber es kann auch andere Anbieter geben. Hier sollte man sich einfach vorher
genau informieren. Das Internet bietet sicher viel Aufschluss. Telefonkarten sollten
alle funktionieren, jedenfalls sind mir keine Einschränkungen bekannt.
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Computer/Laptop
Das Lan-Netzwerk der Uni
Der Computer ist das wohl sinnvollste Tool für ein Studium. Im Gegensatz zu Hamburg (mit ein wenig
Glück hat sich das in den letzten zwei Jahren vielleicht geändert) gibt es in St. Andrews viele
Computer zur öffentlichen Nutzung. Diese können für Essays, Emails oder zur Informationsbeschaffung
aus dem Internet genutzt werden und sind für jeden Studenten frei zugänglich. Mindestens seit dem
Studienjahr 2001/2002 kann man fast immer einen freien Computer finden. Auch Drucker sind ausreichend
vorhanden, die genutzt werden können.
Die Uni stellt ein LA-Netzwerk (LAN) zur Verfügung. In meinem ersten Jahr gab es dabei das eine
oder andere Netzwerkproblem, aber das scheint in diesem Jahr behoben worden zu sein. Die
Geschwindigkeit ist anständig. Gewünscht wird natürlich, dieses Netzwerk nur für Studienzwecke zu
benutzen. Nun gut, klar wird das gewünscht, aber man hat keine andere Möglichkeit ein
Netzwerk zu benutzen. Private Mails werden natürlich dort geschrieben und auch nicht studentische
Informationen eingeholt. Was allerdings seit 2002 nicht mehr funktioniert ist File-Sharing. Damit
wurden dann aber auch erhebliche Netzwerkkapazitäten freigesetzt und jeder profitiert von der
Schnelligkeit.
Resnet
In den Halls kann man seinen Computer oder Laptop an das LAN anschließen. Dies heißt dann 'Resnet'
für 'Residential Network'. Die Kosten betragen pauschal GBP 50,- für ein ganzes akademisches Jahr.
Es ist demnach fast geschenkt. Bezüglich der Emails funktionieren viele Programme, z.B. auch die
Standard Windows Programme Outlook und Outlook-Express sowie Netscape. Offiziell unterstützt werden
diese Programme allerdings nicht. Das heißt der IT-Helpdesk gibt keine offiziellen Statements zu
irgendwelchen Problemen ab. Gut, offiziell nicht, aber bisher hat sich gezeigt, dass sie bei
Problemen doch helfen. Wer aber etwas eingefuchst ist wird keine großen Schwierigkeiten
haben. Außerdem gibt es auch WG-Mitbewohner. Wie funktioniert
Resnet?
In den Wohnungen
Die Bewohner in den Wohnungen können natürlich ihre Computer benutzen. Wie das allerdings mit dem
Internet funktioniert ist unterschiedlich. In den meisten Wohnungen gibt es nur ein gemeinsames
Telefon und daher meistens kein großartiges Internetvergnügen. Vereinzelt mag das anders sein, meine
Erfahrungen in diesem Bereich sind nicht sehr ausgeprägt. Fragen!
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Fazit zu den Unterkünften
Zusammenfassend lässt sich nur sagen: alles hat seine Vor- und Nachteile. So ist es auch mit der
Unterkunft in St. Andrews. Die Halls sind relativ günstig, das Essen unter Umständen etwas schlechter (bei
Self-Catered hängt dies natürlich von den eigenen Kochkünsten ab) eignen sich aber sehr gut für
Kontakte.
Die Wohnungen sind im Gegensatz etwas komfortabler und gemütlicher aber auch teurer. Außerdem ist
im ersten Jahr nur schlecht an eine heranzukommen. Wartet am besten das erste Jahr zunächst ab.
Dann könnt ihr euch auch eine eigene Meinung bilden.
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Der Flug
Die vielleicht bequemste Art und Weise nach St. Andrews zu kommen und vor allem auch die schnellste
ist ein Linienflug. Aber hierbei gibt es zahlreiche Möglichkeiten.
Erstens eine 'normale' Fluggesellschaft wie Lufthansa oder British Airways. Abflug von Hamburg
oder natürlich jeder größeren Stadt in Deutschland bis Edinburgh oder Glasgow. Zu empfehlen ist
in diesem Fall Edinburgh, weil die anschließende Busreise kürzer ist. Die Kosten betragen zwischen
250 und 350 Euro je nach Tag und Zeit. Wer mehr bezahlt ist selber Schuld. Buchen kann man über
jedes Reisebüro, dort wird man aber eher den höheren Preis bezahlen. Im Internet gibt es Angebote
die wohl fast jeder kennt (siehe unten).
Zweitens gibt es die 'Billigfluglinien' wie Ryan Air oder Easyjet oder Go oder oder oder. Da gibt
es inzwischen reichliche Auswahl. Das Angenehme ist der Preis, das weniger Angenehme meistens die
Bedingungen und der Ankunftsort. Ryan Air fliegt nach Glasgow Prestwick. Das ist genauso viel
Glasgow, wie Lübeck Hamburg ist - überhaupt nicht. Die Reise von Prestwick nach St. Andrews dauert
noch einmal vier bis fünf Stunden.
Jeder muss für sich entscheiden, ob der günstigere Preis die längere und umständlichere Reise Wert
ist. Die Anreise mit Lufthansa von Hamburg nach St. Andrews dauert ca. 6 bis 7 Stunden je nach
Anschlussflug in London und Bus- bzw. Zugverkehr nach St. Andrews. Mit Ryan Air kann diese Zeit
bis zu 24 Stunden anwachsen. Für gewöhnlich schafft man es aber in 15 bis 16 Stunden.
Von Edinburgh nach St. Andrews.
In Edinburgh angekommen gibt es drei Möglichkeiten. Bus, Zug oder Taxi. Ein Taxi kosten ca. GBP
90,- und fährt einen vor die Tür. Eventuell findet man Leute zum Teilen. Der Bus kostet ca. GBP
7,- für eine Fahrt. Plus man muss zum St. Andrews-Square in Edinburgh kommen. Dorthin fährt ein
Shuttle-Bus vom Flughafen, der noch einmal GBP 5,- kostet. Der Bus von Edinburgh fährt ca. 2,5
Stunden (es ist die Linie
X59.
). Oder man nimmt den Shuttle-Bus zum Hauptbahnhof, löst dort ein Ticket nach Leuchars und steigt
dort in ein Taxi. Der Zug nach Leuchars kostet ca. GBP 15,- und das Taxi von dort ca. GBP 10,-.
In meinen Augen ganz verwegene können auch noch einen Bus von Leuchars aus nehmen. Der ist sicher
einiges billiger als das Taxi aber die Fahrt streckt sich erheblich und der Komfort bei diesen
kurzen Strecken auf der Insel ist gleich Null. Kleiner Tipp: ein Bus von dort lohnt sich nicht.
Von Glasgow nach St. Andrews.
In Glasgow angekommen gibt es nur zwei Möglichkeiten, das Taxi scheidet aus. Der Bus kostet
wohl ca. GBP 10 pro Strecke und ist mit umsteigen verbunden. Plus man muss zur Buchanan Station
vom Flughafen kommen. Ich habe das selbst noch nicht gemacht und habe daher auch keinen Tipp.
Wahrscheinlich gibt es auch hier einen Shuttle-Bus. Der Bus von Glasgow fährt fast drei Stunden
mit einmal umsteigen (es ist die Linie
X24.
). Oder man fährt zur Queen Street Station, löst dort ein Ticket nach Leuchars und steigt in Edinburgh um.
Wenn man Glück hat, kann man auch einen durchgehenden Zug erwischen. Einfach fragen.
Von Prestwick nach St. Andrews.
Im Grunde ist dies wie die Strecke von Glasgow nach St. Andrews nur, man muss erstmal nach Glasgow
kommen. Ist aber nicht weiter schwer. Es gibt einen Bus von Prestwick nach Glasgow aber vergesst es.
Geht vom Flughafen Prestwick einfach zum Bahnhof Prestwick (folgt dem Schild 'Trains') und fahrt
nach Glasgow Central Station. Mit der Ryan Air Boardkarte kostet der Zug übrigends nur die Hälfte.
In Central Station angekommen müsst ihr umsteigen. Central Station ist der Bahnhof für die Züge
auf der Nord-Süd Achse. Ihr müsst nun aber für St. Andrews auf die Ost-West Achse. Also, Central
Station raus und nach unten auf die Straße. Wenn ihr unten rauskommt, geht ihr nach links und folgt
der Straße immer geradeaus bis diese einen Knick nach links macht. Ihr geht auch nach links. Dann
weiter geradeaus. Nach einem kurzen Fußmarsch kommt ihr an der Queen Street Station an. Der
Fußmarsch dauert ca. 15 Min. Wenn ihr nach dieser Zeit noch nicht das Schild Queen Street Station
lesen könnt, braucht ihr entweder eine Brille oder habt euch in Glasgow verlaufen. Das ist der
Punkt wo ihr fragen müsst. Von der Queen Street Station geht es dann weiter wie oben beschrieben.
Natürlich könnt ihr von hier auch wieder einen Bus nehmen, aber das Ryan Air Ticket gilt auch für
die nächste Fahrt und bringt 50% Ermäßigung. Die Weiterfahrt mit dem Zug lohnt sich also.
Links zu einigen Travel-Sites:
- Sta-Travel - Studentenpreise
- Flug.de
- Travelocity
- Opodo
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Die Fähre
Wer einen Wagen zur Verfügung hat, ist vielleicht ein wenig besser dran als die Flieger. Nicht weil
es unbedingt billiger ist oder schneller geht, aber weil das Gepäck keine so große Rolle spielt.
Möglichkeiten um mit der Fähre nach St. Andrews zu kommen gibt es einige. Cuxhaven-Harwich,
Rotterdam oder Seebrugge -Hull, Amsterdam-Newcastle oder Seebrugge-Edinburgh.
Einzelheiten will ich hier nicht aufführen, sie ändern sich zu schnell und ich bin sowieso keine
Reisbüro. Hier nur die Gesellschaften zu den einzelnen Routen, im Internet sollten sich alle
schnell finden lassen:
- Cuxhaven-Harwich: DFDS-Seaways (Wegen Reparaturarbeiten ist der Fährverkehr von Nov. 2002 bis Apr. 2003 eingestellt. Wie man mir sagte ist es wahrscheinlich, dass die Route insgesamt eingestellt wird.);
- Rotterdam-Hull: P&O Nedlloyd;
- Seebrugge-Hull: P&O Nedlloyd;
- Seebrugge-Edinburgh: SuperFast Ferries.
Werbung für die eine oder andere lohnt sich nicht, denn wie so oft haben alle ihre Vor- und Nachteile
und diese hängen natürlich auch vom Wohnort in Deutschland ab. Logischerweise ist die Ankunft in
Edinburgh einfach traumhaft und das ist die Wahrheit. Die Fähre fährt durch die Forth-Mündung unter
der Forth-Bridge hindurch, zur linken Hand Edinburgh zur frühen Morgenstunde und gen Nord-Westen
sieht man im Morgendunst die Highlands. Ein toller Vorgeschmack auf Schottland. Außerdem ist von dort
die Anfahrt nach St. Andrews nur kurz. Nach einer knappen Stunde ist man mit Sicherheit angekommen.
Noch ein Vorteil hat das Ganze: wenn man sich etwas vor dem links-Verkehr fürchtet muss man nicht
gleich eine längere Überlandfahrt machen, sondern kann sich bei einer relativ kurzen Strecke daran
gewöhnen.
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Der Eurotunnel
Wie vielleicht bekannt haben sich vor ein paar Jahren ziemlich viele Leute unter die Erde begeben
und haben einen Tunnel unter dem Ärmelkanal gegraben. Dieser führt von Calais in Frankreich nach
Dover auf der Insel. Er wird hier im Wesentlichen aufgelistet, weil es eine Möglichkeit ist und
wer im Süden wohnt und von dort aus nach St. Andrews startet, vielleicht nicht einmal eine schlechte.
Aber man sei gewarnt, die Anfahrt auf der Insel ist ziemlich lang. Viel weiter südlich als Dover
kommt man in Großbritannien nicht und St. Andrews ist schon recht weit im Norden. Aber jeder kann
das selbst entscheiden.
Nur noch ein kleiner Tipp, nach allem was ich weiß ist der Tunnel recht teuer. Wenn man sich für diese
Strecke entscheidet, ist vielleicht der Gedanke an eine Fähre sehr wertvoll. Praktisch über dem Tunnel
fährt eine P&O Nedlloyd Fähre, vielleicht auch andere, weiß ich aber nicht. Die Fahrzeit ist recht
kurz und die Preise sollen wesentlich niedriger sein.
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Der Bus
Noch vor gar nicht all zu langer Zeit hätte ich gesagt: nur Verrückte nehmen einen Bus nach England!
Ich entschuldige mich, wenn ich damit jemandem vor den Kopf stoße. Nun kenne ich so jemanden und
muss meine Aussage sowieso revidieren. Aber ich will es so ausdrücken: diese Möglichkeit steht hier
nicht umsonst an letzter Stelle.
Eurolines ist ein Konsortium vieler Busgesellschaften, die alle möglichen Länder anfahren. Es gibt
auch eine Verbindung Deutschland-Edinburgh. Von Hamburg aus kann man leider nicht direkt fahren,
aber wohl einen Zubringerbus benutzen. Die Fahrzeit ist mir unbekannt und auch sonst weiß ich nicht
viel, weil ich immer so lachen musste, wenn ich die Geschichte gehört habe. Witzig ist nämlich, eine
Hin- und Rückfahrt von Hannover nach Edinburgh kostet zur Zeit EUR 142,- für Studenten und damit
in vielen Fällen mehr als ein Ticket von Ryan-Air.
Aber Spaß bei Seite, ich fand es zwar wirklich irgendwie witzig, dennoch gibt es natürlich auch
hier Vorteile und außerdem ist es Geschmackssache. Die Vorteile: man kann zwei Koffer mitnehmen und
hat also auf jeden Fall kein Gepäckproblem; zweitens und unschlagbar ist die Umweltfreundlichkeit.
Die Möglichkeit mag individuell in Anbetracht der Zeit vielleicht nicht sehr ökonomisch sein,
aber gesellschaftlich kann sie sich rechnen. Dies ist aber ein anderes Thema und jeder angehende
VWL-Student kann selbst darüber nachdenken - denkt mal an eure Nutzenfunktion.
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Die Societies
Das studentische Leben in St. Andrews wird zumindest teilweise von den zahlreichen Societies vor
Ort bestimmt. Zu Beginn eines akademischen Jahres, in der sogenannten Freshers Week, gibt es
Society Fair, auf dem sich viele, wenn nicht gar alle Societies vorstellen. Man hat dort die
Möglichkeit die Society grob kennenzulernen und wenn man bereits zu irgendetwas fest entschlossen
ist, kann man auch beitreten.
Die Societies erstrecken sich in alle Lebensbereiche: Wissenschaft, Politik, Kultur, Sport,
Freitzeit und Gesellschaft. Die Aufzählung hier soll keine Rangfolge darstellen. Keine Society ist
besser als die andere, von keiner Art gibt es mehr als von einer anderen. Ob und wann man beitreten
möchte hängt einzig und allein von den persönlichen Vorstellungen ab.
Der geringe Beitrag zu den Societies ist für jeden Studenten erschwinglich. Die Höhe wird von den
Societies festgelegt und richtet sich nach deren Bedürfnissen. Einen Überblick über einige Societies
bietet die folgende Homepage:
YourUnion.net. Die Seite ist
noch im Aufbau (Dezember 2002) und wird regelmäßig aktualisiert. Dort lassen sich auch zahlreiche
Links zu den Society Homepages finden. Dort noch nicht zu finden ist die inzwischen neugegründete
Economics Society. Über die könnt ihr euch unter
www.cwgroup.org.uk informieren.
Sich weiter über die Societies an dieser Stelle auszulassen, ist nicht sehr gewinnbringend, weil
die Interessen einfach zu unterschiedlich sind. Lasst euch aber gesagt sein, dass man in St. Andrews
den meisten Hobbies im Rahmen einer Society nachgehen kann. Man ist also nicht auf sich alleine
gestellt, sondern kann leicht Anschluss und neue Freunde mit gleichen oder ähnlichen Interessen
finden. Für Fragen zu bestimmten Societies schaut zunächst auf die o.g. Homepage oder fragt mich
einfach. Ich kenne natürlich auch nicht alle, habe aber schon von vielen gehört. Ansonsten hilft
natürlich auch einfachen 'Search' auf der Uni-Homepage.
Neben dem eigentlichen Zeitvertreib eignen sich die Societies auch für den Lebenslauf. Einer der
Hauptgründe für hiesige Studenten. Jede Society hat ein Kommitee aus einem Präsidenten, einem
Vize-Präsidenten und weiteren Mitlgiedern (Schatzmeister, Organisation etc.). Ein Engagement in diesen
Kommitees ist sehr beliebt für den Lebenslauf. Bei einer späteren Bewerbung kann dies unter Umständen
ausschlaggebend sein. Es zeugt von Engagement, Motivation, Teamfähigkeit und vieles mehr. Darüber
hinaus kann man unter Umständen wirklich persönlich etwas von dieser Arbeit mitnehmen. Dass hängt
natürlich im Wesentlichen von der Society ab, wie ernsthaft das Ganze wirklich genommen wird und
was einfach nur Show ist. Ihr könnt das leider nur selbst herausfinden.
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Die Pubs
In St. Andrews gibt es viele Pubs, Bars und Restaurants. Je nachdem zu welcher Kategorie die
einzelnen Etablissements gezählt werden, gibt es natürlich auch unterschiedliche Ergebnisse.
Nach einem Artikel auf www.morgenweb.de ist St. Andrews mit 24 Pubs und 16.000 Einwohnern der
Ort mit der größten Kneipendichte nördlich der Düsseldorfer Altstadt. Ich zähle 19 Pubs, die ich
für erwähnenswert halte. Es gibt noch eine Reihe mehr und es gibt noch ein paar Hotelbars, die
unerwähnt bleiben.
Die Pubs haben unter der Woche, d.h. Montag bis Donnerstag (und Sonntag) in der Regel bis 0:00 Uhr geöffnet. Im
Wechsel haben auch in der Woche einige bis 1:00 Uhr auf. Für Freitag und Samstag trifft das auf alle
Pubs zu. 1:00 Uhr ist nun mal die Sperrstunde hier, da gibt es nichts zu jammern - außerdem kann man,
wenn man es darauf anlegt, mindestens am Wochenende sicher auf einer privaten Party landen. Immer schön die
Augen und Ohren offen halten und im Notfall einer größeres Gruppe folgen sollte sich nichts ergeben
haben.
Für die Pubs habe ich mal eine kleine 'Datenbank' erstellt, die jeder von euch mit seinen eigenen
Kommentaren füllen kann. Ihr benötigt Microsoft Excel, um die Datei beschreiben zu können.
Wenn ihr eigene Kommentare einfügen wollt und eure Meinung mit den späteren St. Andrews Studenten
teilen wollt, speichert die Datei auf eurer Festplatte und schickt mir eine Kopie, dann aktualisiere
ich die Datenbank von Zeit zu Zeit. Eine Art Gästebuch mit Direkteintrag auf meiner Homepage
ist leider nicht möglich. Wenn ihr kein Excel habt, könnt ihr die Datei leider nur ansehen mit
Acrobat Reader.
Pub-Datenbank.xls
Nur lesen:
Pub-Datenbank.pdf
Es folgt noch ein grober Wochenplan:
Montag: der Abend wird von vielen Societies genutzt
Dienstag: wie auch immer
Mittwoch: Pubs, viele haben Happy Hour oder Societies; Nachts Bus vor der Union zur Disco in Dundee
Donnerstag: schon einige Pubs haben bis 1:00 Uhr geöffnet
Freitag: Bop - wer's mag (siehe auch Union) oder eben Pub und anschließend Party
Samstag: wie sonst auch - Pub und Party
Sonntag: man braucht auch Ruhe
Das sind wohlgemerkt nur die einfachsten Möglichkeiten, um sich unter das Volk zu mischen, fast alles
andere ist möglich und natürlich auch erlaubt.
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Kultur
Auch wenn St. Andrews nur ein kleiner Ort ist, wird durch das lebendige Gestalten des Lebens auch
Kultur geboten. Einen Teil bieten die Societies mit ihren Veranstaltungen und ein Teil wird von der
Stadt bzw. Gemeinde geboten. Der Kulturtreffpunkt ist sicher das
Byre Theatre.
Das Theater hat erst vor zwei Jahren eröffnet und ist die einzige Bühne in St. Andrews, die teilweise
professionelles Theater bietet. Darunter werden auch alte englische Klassiker wie Shakespeare
aufgeführt. Nur weil das Byre aber das einzige Theater ist, dass professionelle Arbeit anbietet,
heißt dies nicht, dass anderes schlecht ist. An dieser Stelle einmal ernsthaft, das Wort 'professionel'
bedeutet, die Menschen verdienen ihren Lebensunterhalt damit. Die studentischen Gruppen tun das nicht
sind aber soweit ich sie gesehen habe sehr zu empfehlen.
Insbesondere die 'German Play Group' führt einmal im Jahr ein deutsches Stück auf. Die Schauspieler
sind Studenten, teilweise Deutsche, teilweise aber auch Deutsch-Studenten. Womit das erste das zweite
natürlich nicht ausschließt.
In der Younger Hall finden regelmäßig Konzerte statt. Insgesamt ist es manchmal problematisch mit
den Informationen, wenn man nur ein 'Hobby-Kultureller' ist. Ich gehe zum Beispiel ganz gerne mal
in ein Theater, wenn ich durch Zufall über ein interessantes Stück stolpere, bin aber kein
regelmäßiger Besucher. Ich sorge mich also auch nicht regelmäßig um neue Infos. Vieles, nein,
eigentlich alles spricht sich in St. Andrews rum, vor allem ein schlechter Ruf, aber Dinge, die
vielleicht wichtiger sind, die brauchen häufig etwas länger und so erfährt man es manchmal zu spät.
Wer es aber darauf absieht regelmäßig Konzerte oder Aufführungen zu besuchen, der wird seine guten
Informationsquellen finden. Es bleibt nochmal festzuhalten: St. Andrews bietet eigentlich alles,
manchmal aber nicht offensichtlich. Doch wer sucht, der wird auch finden.
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Die Bälle
Eines ist sicher, wer 'gehobene Parties', manchmal auch 'Ball' genannt, mag, der sollte einen Anzug
im Gepäck nicht vergessen. Wer es darauf anlegt kann vom Anfang bis zum Ende des akademischen Jahres
fast jedes Wochenende auf einen Ball gehen. Fast jede Hall und viele Societies machen einen Ball, auf
dem natürlich auch immer Gäste zugelassen sind. Meistens zahlt man als Gast, d.h. man kommt aus einer
anderen Hall oder ist nicht Mitglied der Society, ein paar Pfund mehr. Ist aber nicht weiter schlimm.
Auf den Bällen wird häufig am Anfang traditioneller Ceilidh getanzt und zu späterer Stunde geht es in
eine Disco über oder auch in eine wilde Party, hängt ganz von den Leuten, dem Ort und der Größe ab.
Die Mädchen tragen immer Ballkleider und das alleine ist sicher schon ein guter Grund, um einen Ball
zu besuchen. Die Jungs werfen sich in Smokings oder traditionellen Kilt (kann man leihen). Ein schwarzer
Anzug und Fliege ist auch in Ordnung. Die großen Bälle (New Hall Ball, David Russell Hall Ball sind
Verhältnismäßig legerer, eben eher gehobene Parties als wirkliche Bälle).
Die Saison startet traditionell mit dem Kate Kennedy Club Opening Ball und endet mit dem Kate Kennedy
Club Mai Ball. Dies sind zwei der traditionsreichsten, feinsten und es wäre nicht der Kate Kennedy Club
wenn es nicht auch die teuersten Bälle wären. Tickets gibt es zwischen GBP 60 und GBP 90. Dabei sind die
Getränke für den gesamten Abend inclusive. Wahlweise kann man ein Limousinen- oder gar Helikopter-Ticket
kaufen für den angemessenen Auftritt kaufen. Wer darauf keinen gesteigerten Wert legt, fährt halt mit
dem Pöbel im Bus und das für GBP 60. Schnäppchen? Entscheidet jeder selbst. Die Preise der anderen Bälle
beginnen bei GBP 10. Teilweise gibt es Essen, teilweise sind Getränke enthalten. Der Ticketverkauf findet
fast ausschließlich unter anderem vor der Bibliothek statt. Wer regelmäßig dort ist, wird keinen Ball
verpassen, wenn er nicht möchte.
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Die Union
Die Union ist der zentrale Ort der Uni für alle möglichen Studentenangelegenheiten. Sie befindet sich
auf der Market Street und ist dort durch ihr leider nicht so hübsches Aussehen auch nicht zu verfehlen.
Grundsätzlich bietet die Union einen gut sortierten Buchshop im Erdgeschoss, der allerdings auch nicht
alles hat und nicht immer am billigsten ist. Man sollte auf jeden Fall die Amazon Site besuchen oder
Buchshops mit gebrauchten Büchern direkt in St. Andrews. Aufgepasst: in UK gibt es keine Buchpreisbindung,
Vergleichen lohnt sich. Außerdem gibt es im Erdgeschoss eine Mensa und am Nachmittag auch eine Bar.
Die Preise sind studentisch, das Essen dafür aber auch nicht umwerfend. Das ist aber natürlich
Geschmackssache. Weiter befinden sich im Erdgeschoss zwei Veranstaltungsräume, die Freitags für den Bop
genutzt werden. Der Bop ist die Disco St. Andrews. Günstig, laute Musik, Alkohol und viele Möglichkeiten
mit dem anderen Geschlecht in Berührung zu kommen. Allerdings, als Deutscher Student mit 23, 24 oder gar
25 Jahren ist man fast der Alterspräsident bzw. -präsidentin. Jeden Tag gibt es einen kleinen
Verkaufsstand in der Lobby der Union. Manchmal mit CD's, manchmal Poster, manchmal mehr oder weniger
eigenartige Kunst oder sonstige Sachen.
Die weiteren Geschosse bieten studentische Anlaufpunkte wie den Student Help Service, der kompetent
Rat und Unterstützung bietet. Ich habe wenig eigene Erfahrung damit, habe aber nur gutes darüber gehört.
Für jeglich Art von Problemen, Problemchen, Kummer und Sorgen gibt es dort ein offenes Ohr und vor allem
Hilfe. Der University Travelservice ist ebenfalls dort zu finden und für jede Reise einen Besuch wert.
Manchmal unglaublich was die für Preise finden. Außerdem gibt es noch weitere Veranstaltungsräume für
kleinere Aktivitäten unter der Woche. Auf der Universitäts-Emailadresse erhält jeder Student jede Woche
eine Art Newsletter mit den kommenden Veranstaltungen.
Nicht zuvergessen Bess. Ein kleiner Laden am Anfang der Union (Zutriff von außen). Dort gibt es alles
Rund um Papier, Schreibartikel und Ordner zu angemessenen Preisen. Außerdem die FT für 20p - billiger
als jedes Abo. Der Laden ist ebenfalls der Verkaufsort für offizielle St. Andrews Pullover, Jacken,
Shirts etc.
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Traditionen
Traditionen gibt es viele in St. Andrews. Einige sind witzig, einige Arten etwas aus. Auch hier gilt:
ausprobieren und sich eine eigene Meinung bilden. Was der eine mag, kann der andere eben nicht leiden.
Raisin Weekend:
Das Raisin Weekend ist sicher eine größten Traditionen an der Uni. Es dreht sich um das sehr lebendige
Leben der 'akademischen Familien'. Traditionell wurden Studenten im ersten Jahr von Studenten aus dem
dritten oder vierten Jahr 'an die Hand' genommen und in das Studenten Leben in St. Andrews eingeführt.
Nach gut der Hälfte des ersten Semester wurden die 'Freshers' dann ins 'Erwachsenen Leben' entlassen.
So sieht es die Tradition. Ob das Raisin Weekend etwas mit erwachsen werden zu tun hat - seht selbst:
Raisin Weekend Page
Raisin Weekend 1999
Raisin Weekend - The Sinner
Und das sind nur einige Beispiele. Eine sehr sehr kleine Galerie gibt es auch hier.
Am Raisin Sunday (der Sonntag der 9. Woche des ersten Semesters im akademischen Jahr) finden traditionelle
Zusammenkünfte statt, die einen bestimmten Ablauf für die akademischen Kinder und Eltern haben. Abends
gibt es eine Party oder einen Pub-Crawl und am Raisin Monday um 12:00 Uhr eine Rasierschaumschlacht
auf dem Quad. Aus den traditionellen Rosinen, die den akademischen Eltern früher überreicht wurden, ist
mindestens Rotwein geworden (immerhin, hat schließlich was mit Trauben zu tun) oder andere 'nützliche'
Geschenke zum Trinken.
Tatsache ist, Raisin Weekend ist für jedermann lustig, so lange nichts ernsthaftes passiert und dass in
der Vergangenheit ernsthaftes passiert ist, davon gibt es reichliche Geschichte. Einige vielleicht mit
viel Phantasie ausgeschmückt, einige aber sicher auch nicht. Wenn man es das erste Mal erlebt hat, glaubt
man auf jeden Fall mehr Geschichten als vorher. Fakt ist: Party gibt es überall und wer Lust hat ist
dabei. Der folgende Link sei dazu gedacht, um nicht als wilder Party-Aufrufer dazustehen. Jeder muss
es selber wissen und alt genug sollten eigentlich alle sein.
Raisin Weekend Page der Union
Und eines noch zum Schluss. Ein Economics Prof. sagte an einem Raisin Monday in der Vorlesung: 'Nicht
jedes Jahr, aber so alle zwei oder drei Jahre sollte etwas richtes Ernstes beim Raisin Weekend passieren
- naja, man muss ja nicht gleich den Tot wünschen aber... - dann würden die Studenten ganz von alleine
vernünftig werden.'(nicht wörtlich wiedergegeben) - Tja, soviel zum Ansehen des Raisin Weekends bei
einzelnen Lehrkörpern, als ob die nie Studenten waren.
Castle Ceilidh
Der Caslte Ceilidh findet jedes Jahr Anfang Mai im Castle in St. Andrews statt. Der Tanz wird von
vielen besucht: Universitätsangehörigen, St. Andrews Bewohnern und Touristen. Organisiert von der
St. Andrews University Celtic Society
findet dieses traditionsreiche Unternehmen schon seit Jahren statt.
May Dip
Der May Dip findet am 01. Mai um 4:00 Morgens am kleinen Strand vor dem Castle statt. Am Strand? Ja,
richtig gelesen. Es handelt sich beim May Dip um ein Bad in der Nordsee. Ist doch nur etwas für die
'totally mentally insane' - keineswegs. Zugegeben ich war noch nicht dabei, aber nach allem was man hört
turnen da nicht nur besoffene Vollidioten 'rum (obwohl man sich nur schwer vollstellen kann, wie man
das Bad in der Nordsee zu dieser Jahres- und Nachtzeit ohne Alkoholeinfluss überstehen soll), sondern
es gibt auch wahre Frühaufsteher, die dieses Fest nicht verpassen wollen.
Worum geht es denn? Die Nacht vom 30. April auf den ersten Mai (auch Walpurgisnacht oder Beltanenacht)
feiert die Begrüßung des Frühlings. In dieser Nacht geht die Sonne eine innige Verbindung mit der Erde
ein, die nun wieder fruchtbar wird und auflebt. Dies gilt auch für die Menschen (wer weiß dies nicht
im Frühling bei sich selbst zu beobachten). Die unbeschwerte Zeit des Jahres beginnt und das soll
ausführlich gefeiert werden. Die Kelten zündeten hierzu ein Bel-Fire an, benannt nach dem Sonnengott
der Kelten, Bel. Ursprünglich wurde dieses Feuer wohl aus neun heiligen Hölzern der Kelten geschürt.
Heilige Hölzer werden in St. Andrews heute nicht mehr verwendet aber der (zwar nicht kalendarische)
Beginn des Frühlings ist sicher eine fröhliche Feier wert. Warum man dazu bei Sonnenaufgang in die
Nordsee springt? Ich habe keine Ahnung, vielleicht damit das Feuer überhaupt Sinn macht. Fest steht:
der Sprung in die Nordsee ist keine keltische Tradition soweit ich weiß, sondern von den Studenten
in St. Andrews 'erfunden' worden. Am späteren Lagerfeuer bei Gesang und vielleicht einem kleinen Whiskey
zum Aufwärmen kommt sicher trotzdem Gemütlichkeit auf.
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Kirche
St. Andrews, benannt nach St. Andreas, dem zweiten Jünger Jesus', ist seit dem 11 Jh. das religiöse
Zentrum Schottlands. St. Andreas ist gleichzeitig der Schutzheilige Schottlands (auch Russlands und
Griechenlands) und Vorbild im Glauben. St. Andrews ist christlich und dabei mehrheitlich evangelisch.
Man hat keine Schwierigkeiten eine evangelische Kirchengemeinde zu finden, als katholischer Christ ist
die Auswahl nicht mehr groß, aber es bieten sich immer noch Möglichkeiten, z.B. bei der katholischen
Gemeinde der Universität.
Die Katholiken mögen mir verzeihen, wenn ich nun mehr auf Evangelische Gemeinden eingehe, ich kenne
sie einfach besser (vielleicht hat ja einer der nachfolgenden Studenten Lust ein paar Zeilen aus
katholischer Sicht zu verfassen).
Die
St. Salvators Chapel
(sprich: salveitor) ist die Universitätskapelle und direkt an der North Street
zu finden. Jeden Sonntag um 11:00 Uhr findet während des Semester der Universitäts Gottesdienst statt.
Im Anschluss an den Gottesdienst findet der traditionelle Pier-Walk statt. Die Kapelle ist auch
architektonisch sehr interessant.
Man muss bei den Kirchen genauer unterscheiden zwischen baptistisch, presbyterianisch und bischöflich
(episkopal). Eine Baptisten Kirche ist in St. Andrews zu finden sowie auch eine Episkopal Kirche. Die
staatliche Kirche Schottlands ist allerdings presbyterianisch und diese Richtung ist daher auch am
häufigsten anzutreffen. Aus eigener Erfahrung kann ich die
St. Leonards Parish Church
wärmstens empfehlen. Die Gottesdienste sind bereichernd. Die St. Leonards Church bildet eine Union mit
der St. Salvator Chapel. Der Gottesdienst am Sonntag findet um 11:15 Uhr statt.
Eine Liste aller Kirchen in St. Andrews.
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Sonstiges
Es bleibt sicher noch viel zu sagen, einiges wird in der Zukunft noch nachgetragen und einiges
wird auf dieser Site nie das Licht des World-Wide-Web erleben. Doch es gibt noch ein paar wichtige
Dinge, die nicht unerwähnt bleiben sollten.
Sport
Für den sportlichen Ausgleich kann reichlich gesorgt werden. Erwähnt werden sollen hier nur noch
einmal die zahlreichen Societies, in denen hauptsächlich das sportliche Leben stattfindet. Ohne Society
können die Links, die sechs Golfkurse St. Andrews, besucht werden. Die Golfkurse gehören zu den
traditionsreichsten der Welt und auf jeden Fall zu den ältesten. Auch der weithin bekannte Old Course
kann mit dem Studenten-Ticket für wenig Geld regelmäßig bespielt werden.
Ein Fitness-Studio steht in der Sportshall zur Verfügung. Dort gibt es Zehner-Karten, die die ganze
Sache erschwinglich machen. Der Komfort von manchen deutschen Fitness-Studios wird zwar nicht geboten,
aber wozu braucht man den beim Sport treiben? An den East-Sands, gleich neben Albany Park, gibt es das
East-Sands Leisure Center. Ein Schwimmbad ebenfalls mit kleinem Fitness-Studio. Auch hier gibt es
Zehner-Karten oder ähnliche Ermäßigungen.
Eis
Wer Eis mag, sollte sich die folgende Adresse zunächst merken und wird sie nach dem ersten Besuch so
schnell nicht wieder vergessen:
Jannettas 33, South Street.
Bankverbindung - Konto
Da im Regelfall Auslandsüberweisungen gebührenpflichtig sind und Kreditkarten auch zusätzliche Gebühren
im Auslandseinsatz erheben, empfiehlt es sich sehr ein Konto in St. Andrews zu eröffnen. Ist auch
weiter kein Problem. Mit der Bestätigung des Studienplatzes bekommt man schon die erste Werbung.
Grundsätzlich gibt es zwei Banken, die wohl in Frage kommen: Bank of Scotland und Royal Bank of
Scotland. Es gibt weitere, aber der Aufwand sich über die ganzen Dienstleistungen zu erkundigen lohnt
sich eher nicht. Beide hier genannten Banken bieten ein kostenloses Konto für Studenten an und sämtliche
Standard-Dienstleistungen. Auf zwei Dinge möchte ich allerdings aufmerksam machen. Erstens: überziehe
nie dein Konto und zweitens: geh lieber zur Bank of Scotland. Warum?
Nun, ausländische Studenten kommen nicht in den Genuss eines kostenlosen Überziehungskredites wie ihn
die Briten genießen. EU rechtlich sicherlich fragwürdig, aber der normale Bankangestellte versteht davon
sicher nichts. Eine Kontoüberziehung ist damit ausgeschlossen, auch nicht ein Pence ist möglich. Schecks
platzen, Kreditkartenabrechnungen gehen zurück etc. Dies führt zu einer Bearbeitungsgebühr von gerne
GBP 30 oder mehr und der Witz ist, das wird dann vom Konto abgebucht, womit eine Überziehung entsteht
und für die muss man eine Strafgebühr von weiteren GBP 30 bezahlen. Fazit: die sind nicht ganz dicht.
Mit den Gebühren würden deutsche Banken sicher auch nicht in der Krise stecken. Mit viel Aufwand und auf
dummen Kontinentaleuropäer machen, kann man da einmal drumherum kommen, aber man sorge besser für
ausreichende Deckung. Bedenkt also die Zeit, die eine Überweisung aus Deutschland braucht. Tja, und
warum die Bank of Scotland und nicht die Royal Bank of Scotland. Es ist nicht weil mich die eine
geärgert hat und die andere nicht, aber bei der Royal Bank of Scotland bekommt man seit 2002 keine
Kreditkarte mehr als Student und mit der Kontokarte kann man nirgends bezahlen, d.h. nur Bares ist
Wahres. Das ist vielleicht auch richtig, aber doch eben umständlich. Bei der Bank of Scotland bekommt
man immer noch eine Kreditkarte und auch eine Switchcard. Zweitere ist so gut wie die EC-Karte in
Deutschland also praktisch wie Bares.
Das ist der aktuelle Stand Anfang 2003. Ich muss wohl nicht erwähnen, dass auch hier selber nachfragen
die beste Devise ist. Mindestens das mit der Kreditkarte könnte ich mir vorstellen wird sich die
royale Bank schnell wieder überlegen.
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Abschließende Worte
Das soll es gewesen sein zum binationalen Studiengang und zu St. Andrews. Ich hoffe ihr konntet
nützliches entdecken. Wenn diese Site dazu beiträgt euch zum Studium in St. Andrews zu entscheiden
freue ich mich besonders. Ich würde dann auch gerne etwas von euren Erfahrungen später erfahren, um
diese Site weiter auf dem laufenden zu halten. Mein eigenes Studium endet in 2003. Für Anregungen
und Tipps bin ich immer offen.
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